Pressemitteilungen der BI gegen den weiteren Ausbau des FMO-Flughafen Münster Osnabrück ab dem Jahr 2017

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07.07.2017 -Wirksamer Lärmschutz wird von CDU und FDP in NRW laut Koalitionsvertrag nicht angestrebt

Die Bürgerinitiative (BI) gegen den Ausbau des FMO e.V. Greven hält den Koalitionsvertrag für die Betroffenen des Fluglärms am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) und an den anderen Flughäfen in NRW für enttäuschend.

Wirksamer Lärmschutz wird von CDU und FDP in NRW nicht angestrebt und wirtschaftlichen Interessen untergeordnet. Dort, wo Fluglärmschutz von der Koalition auf Seite 54 des Koalitionsvertrages angesprochen wird, sind die Handlungsmöglichkeiten des Landes auch noch beschränkt. So obliegt die Festlegung der Höhe und der Spreizung der lärmabhängigen Start- und Landeentgelte in erster Linie den Flughäfen in Verhandlungen mit den Fluggesellschaften. Auch die Durchsetzung lärmmindernder Flugverfahren fällt nicht in die Kompetenz des Landes stellt die BI in ihrer Pressemitteilung fest.

Die BI sieht es insbesondere als großen Mangel des Koalitionsvertrages an, dass darin mit keinen Silbe der Wille zum Ausdruck gebracht wird, dass das Land NRW auf Bundesebene darauf hinwirken will, dass bei der für dieses Jahr anstehenden Überarbeitung des Fluglärmschutzgesetzes ein grundsätzliches Verbot des Nachtflugverkehrs geregelt wird. Denn nur dann besteht eine Chance, dass auf Dauer der seit langer Zeit aufgestellten Forderung von sehr vielen Fluglärmbetoffenen in Greven und Ladbergen sowie der Räte von Greven und Ladbergen  auf Einführung eines generellen Nachtflugverbotes am FMO von 22 bis 6 Uhr entsprochen werden wird.


12.05.2017 Luftverkehrskonzept des Bundesverkehrsministerium schließt bei Umsetzung Nachtflugverbot am FMO aus

Der Bürgerinitiative (BI) gegen den Ausbau des FMO e.V. Greven teilt mit, dass das Bundesverkehrsministerium inzwischen ein Luftverkehrskonzept veröffentlicht hat. Wenn dieses Konzept umgesetzt werden sollte, wird es wohl am Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) in der Zukunft nicht das von vielen Fluglärmbetroffenen in Greven und Ladbergen geforderte Nachtflugverbot geben, meint die BI.

Die BI führt zur Begründung aus: Das vorgelegte Luftverkehrskonzept dient ausschließlich den Interessen der Luftverkehrswirtschaft. Der Schutz vor Fluglärm und der Klimaschutz bleiben hingegen auf der Strecke. Die in dem Konzept enthaltenen Vorschläge einer Kapazitätserweiterung an den Flughäfen Berlin, München und Düsseldorf, Flexibilisierung bestehender Nachtflugregelungen und Absenkung der Luftverkehrssteuer verschärfen die bereits heute unzumutbare Fluglärmbelastung.

Entstanden ist ein reines Ressortpapier des Bundesverkehrsministeriums, bei dessen Entstehung das Bundesumweltministerium offensichtlich keine Rolle spielte. Der eindimensionale Maßnahmenkatalog verdient auch nicht den Begriff eines „Konzeptes“. Die BI meint in ihrer Pressemitteilung abschließend: Damit scheitert die Bundesregierung an ihrem Anspruch, ein umfassendes integriertes Luftverkehrskonzept zu erstellen, das gleichermaßen die Interessen von Wirtschaft, Umwelt und Lärmbetroffenen berücksichtigt.


15.03.2017 Mitgliederversammlung der BI gegen den Ausbau des FMO verwundert: Trotz Verluste und Rückgang der Flüge – FMO hält an Startbahnverlängerung fest

Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) gegen den Ausbau des FMO e.V. Greven zur Mitgliederversammlung. Der Vorsitzende Ludger Schulze Temming begrüßte die anwesenden Mitglieder und berichtete über die verschiedenen Aktivitäten der BI im letzten Jahr.

Zentrale Themen waren die wirtschaftliche Entwicklung der FMO-GmbH und die des Fluglärms am FMO. Laut den Beteiligungsberichten des Kreises Steinfurt und der Stadt Münster hat die FMO-GmbH in den Jahren 2004 bis 2014 Verluste von ca. 45 Mio. EUR erzielt, davon allein in den Jahren 2012 bis 2014 Verluste in Höhe von 28,8 Mio. EUR. Die Verluste in den Jahren 2015 und 2016 dürften ähnlich hoch sein.

Für die anwesenden Vereinsmitglieder war es unverständlich, dass die FMO-GmbH dennoch zumindest nach außen formal an den Plänen zur Startbahnverlängerung auf 3.000 m festhält. Sie äußerten die Vermutung, dass es der FMO-GmbH trotz des derzeit nicht vorhandenen Interesses von großen Luftfrachtfirmen an den FMO darum gehe, am FMO ein Frachtflugdrehkreuz zu installieren. Bestätigt sahen sich die Anwesenden durch einen Pressebericht in den WN vom 6.12. 2016. Darin wurde berichtet, dass der Wirtschaftsminister des Landes NRW Garrelt Duin in seinen „Industriepolitischen Leitlinien“ für die nächsten 10 Jahren die Sicherung einer leistungsfähigen Infrastruktur hoch gewichtet hat, und in diesem Zusammenhang die Nachtflüge für Cargo-Maschinen am FMO genannt hat.

Die Mitglieder zeigten sich erfreut über die Verminderung des Fluglärms in den vergangenen Jahren. Ludger Schulze Temming wies darauf hin, dass diese Verminderung mit der Verringerung der Fluggastzahlen von ca. 1,6 Mio. Passagieren im Jahr 2007 auf unter 800.000 im Jahr 2016 einhergehe. Dementsprechend hätten sich die Nachtflugbewegungen am FMO von 4.426 im Jahr 2005 auf 2.042 im Jahr 2015 verringert. Dennoch seien auch die jetzt noch vorhandenen Nachtflugbewegungen am FMO zu viel und könnten auf Dauer zu Gesundheitsschäden führen. Zudem befürchteten die Anwesenden, dass die Nachtflugbewegungen zukünftig wieder zunehmen, vor allem unter Berücksichtigung der Stationierung von 2 Flugzeugen der  Fluggesellschaft Germania am FMO.

Die Vorstandswahlen ergaben folgenden mit dem alten Vorstand übereinstimmenden neuen Vorstand: Ludger Schulze Temming (Vorsitzender), Alfred Schäckelhoff (stellvertretender Vorsitzender),Siegfried Stock (Kassierer), Lutz Pöppler (Schriftführer), Norbert Hesselkamp, Matthias Krins und Wilhelm Runge (Beisitzer). Maria Ronning und Herbert Breidenbach wurden zu Kassenprüfern gewählt.


20.02.2017 EU-Kommission verstärkt die Luftfahrtindustrie uneingeschränkt weiter

Die Bürgerinitiative (BI) gegen den Ausbau des FMO e.V. Greven, teilt mit, dass in der vergangenen Woche das EU-Parlament über die europäische Luftfahrtstrategie abgestimmt hat (vgl. www.europarl.europa.eu und dort „Plenartagung“, „Plenum“, „letzte Tagesordnungen“, „16.02.2017“).

Die BI hält die jetzt verabschiedete Luftfahrtstrategie für falsch, weil mit dem zugrunde liegenden Vorschlag der EU-Kommission die Luftfahrtindustrie uneingeschränkt weiter gestärkt wird, ohne zum Beispiel die negativen Auswirkungen auf das Klima und für die Gesellschaft zu berücksichtigen.

Im Vergleich zu anderen nachhaltigeren Verkehrsträgern profitiere der Luftverkehrssektor bereits heute von einem unfairen Wettbewerb. Im Gegensatz zum umweltfreundlichen Schienenverkehr, deren Kunden das alles bezahlen müssten, sei die klimaschädliche Luftfahrt von der Kerosinsteuer und auf internationalen Verbindungen von der Mehrwertsteuer befreit. Fliegen werde künstlich billig gemacht. Somit hat der Boom der Luftfahrt nach Auffassung der BI mit Marktwirtschaft nichts zu tun. Auch deshalb brauche die EU dringend eine glaubwürdige Vision für den Luftverkehr, die dem Pariser Klima-Abkommen gerecht werde.

Von einer Einschränkung des nächtlichen Luftverkehrs ist in der verabschiedeten Fassung der europäischen Luftfahrtstrategie ebenfalls nicht die Rede. Man kann deshalb wohl nicht davon ausgehen, dass die EU-Kommission in dieser Hinsicht auf europäischer Ebene tätig wird. Umso wichtiger ist, dass sich die Bundesregierung bei der in diesem Jahr anstehenden Überarbeitung des Fluglärmschutzgesetzes für die Einführung von Nachtflugverboten an den deutschen Flughäfen und somit auch am FMO einsetzt, meint die BI in ihrer Pressemitteilung abschließend.